Hallo ihr Lieben, Hier ist Kapitel 21 für euch. Danke Hilaja für den Kommi 🙂 Liebe Grüße

eure Eli


Kapitel 21


Grace konnte nicht atmen, als sie jemand von der Seite ansprang und die Hand auf den Mund presste, nur um sie mit sich zu zerren. Sie trat panisch um sich, während sie eine Tür ins Schloss fallen hörte. Sie konnte jemanden gepresst Luft holen hören, doch der Griff wurde nicht lockerer. „Wenn ich sie jetzt loslasse, dann schreien Sie nicht, Grace. Sonst stehen meine Trainer gleich auf der Matte.“ Ihr rann eine Gänsehaut über den Rücken, als sein Atem über ihre Ohrmuschel strich. Sie lag in den Armen von Dylan Nite. Das wurde ihr in der Sekunde klar, als er zu sprechen begonnen hatte und sie versteifte sich noch ein wenig mehr. In seinem festen Griff beschleunigte sich ihr Puls und sie bekam kaum Luft. „Grace?“ Dylan gab sie frei und sie stolperte blind weiter in den Raum hinein. „Sind Sie okay?“ Sie rang nach Atem, während ihre Panik hochkochte und sich noch verschlimmerte, als sie erkannte, dass es nur einen Ausgang gab. „Grace, sie hypochondern schon wieder. Dabei rette ich ihnen gerade ihren hübschen Arsch.“ Sie wurde am Arm gepackt und nachdrücklich auf die Couch geschoben. „Setzen Sie sich.“ Sie blinzelte. Dylan kniete vor ihr. Die Eisaugen direkt auf sie gerichtet und die breiten Schultern nach vorn gebeugt. „Geht’s?“ Er legte eine Hand auf das Sofakissen neben sie und sie zwang sich die Contenance zu bewahren. Dylan war nicht Marcus. Alles an ihm war anders. Selbst die Augen stimmten nicht überein, nun da sie ganz nah vor ihm saß. Dylans Augen waren klar wie Gletschereis. Und auch sonst, das musste sie zugeben hatte er nicht viel Ähnlichkeit mit ihrem Exfreund. Die Nase war anders, das Kinn war markanter, der Kiefer energischer und seine Haare viel dunkler. In ihre überschäumende Panik gehüllt, bemerkte sie erst nach ein paar Augenblicken, weshalb es plötzlich so einfach war, die beiden zu unterscheiden. „Sie haben sich Ihren Bart abrasiert“, entkam ihr ihre Feststellung ohne jeden Zusammenhang. „Ja.“ Er rieb sich über seine Wange. „Hab ich.“

*

Dylans Entschluss Grace vor einer Begegnung mit dem Trainerstab zu retten war nicht wirklich zu Ende gedacht gewesen, trotzdem war ihre Reaktion auf seine spontane Entführung heftiger ausgefallen als erwartet. Ihre Frage nach seinem Bart kam für ihn deshalb mehr als unerwartet. Er hatte das spontane Bedürfnis sie zu fragen wie sie es fand, doch er kämpfte das Bedürfnis von Grace Goodwin ein Kompliment zu erhalten nieder. „Sie sollten ein paar Minuten hier warten, ehe die Jungs am Ende des Ganges verschwunden sind. Sonst gibt’s für Sie Ärger, für Clint und nun auch für mich.“ Er kam auf die Füße. In ihren perfekt geschminkten Augen lag noch immer überwältigendes Misstrauen, als sie knapp nickte. „Außerdem wollte ich mich entschuldigen. Ich …“ Er wollte ihr sagen, dass er wusste, was damals auf dem Parkplatz mit ihr los war, aber er wusste nicht so genau wie. „Ich war ein kleines bisschen gemein zu Ihnen“, endete er lahm. Ihre Hände verflochten sich über dem Henkel ihrer Handtasche, bis ihre Knöchel hervortraten. „Richtig. Das waren Sie.“ „Grace. Wollen Sie vielleicht ihre Tasche loslassen?“ Er hatte doch nichts weiter gewollt, als sich bei ihr für sein schäbiges Verhalten zu entschuldigen. Doch er hatte das blöde Gefühl es noch schlimmer zu machen. „Äh. Klar.“ Sie sah erstaunt auf ihre Hände und schenkte ihm ein scheues Lächeln. „Ich … es liegt nicht an Ihnen, dass ich so … fahrig bin. Ich… hätten sie vielleicht etwas zu trinken?“ Dylan reichte ihr seine Wasserdose, die er auf dem kleinen Tisch neben der Couch abgestellt hatte. „Danke.“ Sie nahm das Wasser mit beiden Händen entgegen, öffnete es aber nicht. „Wenn ich Sie getreten h be, so tut’s mir leid. Ich bin in Panik geraten.“ Ihre Fingernägel spielten am Verschluss der Dose herum. Dylan betrachtete ihre Finger, die unruhig mit dem Wasser in ihren Händen spielten. „Ich bin nicht aus Zucker.“ Dylan zuckte mit den Schultern, ehe er  sich auf die Couch ihr Gegenüber fallen ließ. „Keine Diva, hm?“, wiederholte Grace nachdenklich, ohne ihn anzusehen. „Bitte?“ „In einem der Artikel den ich zur Recherche über sie gelesen hatte, wurden sie als Diva bezeichnet.“ Sie sah ihn noch immer nicht an, sondern strich nur ihr exzentrisches Haar aus dem Gesicht. Dylan wusste von welchem Artikel sie sprach. Neven MacDonalds Revolverblätter hatten den verbrochen. Damals. Doch er konnte nicht anders als Grace anzulächeln, die da noch immer so verschreckt vor ihm saß. „Vielleicht sind Sie keine Parkplatzhypochonderin und ich keine Diva, wer weiß“, bot Dylan ihr offiziell den Frieden an.

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Grace sah auf. Dylan Nite war heute viel netter als sonst und das lag nicht nur daran, dass sie Marcus und ihn endlich voneinander unterscheiden konnte. Er hatte sich praktisch gerade bei ihr entschuldigt. „Ich habe noch ein paar Chips wenn Sie wollen.“ Dylan deutete auf die halbausgeräumte Minibar. Grace hatte irgendetwas nicht mitbekommen, da war sie ziemlich sicher. „Ähm, danke, nein.“ Sie hatte keine große Lust länger als nötig hier in seinem Zimmer zu sitzen. Schlimm genug, dass er sie vor seinem Coach retten musste und sie nun hier festsaß. Stille breitete sich zwischen ihnen aus und sie konnte seinen Blick über ihre Locken wandern sehen. „Habe ich was in meinen Haaren?“ „Nein.“ Dylan schob seine Hände in seine Hosentaschen. „Sie reden wohl nicht viel in ihrer Freizeit?“ Grace war es neu, dass Dylan Nite ein Quell der Worte war, weshalb sie nur die Stirn runzelte. „Schon. Aber … Sie sind anders.“ „Ich versuche hier Konversation zu machen“, wehrte er sich gegen ihr Misstrauen. „Eben.“ Sie öffnete die Dose mit einem Knacken und blies über die Dose, ehe sie einen Schluck nahm, um sich zu beruhigen. „Sie reden. Sie entschuldigen sich.“

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„Ihre Grandma. Sie hat mir von ihrem Exfreund erzählt.“ Himmel, er hatte keine Lust zu verleugnen woher sein Sinneswandel kam. Seit ein paar Wochen hatte er ein schlechtes Gewissen ihr Gegenüber und nun hatte er die Möglichkeit es loszuwerden. „Wenn ich’s vorher gewusst hätte, dann wäre ich ein wenig … netter gewesen. Sie wissen schon … anständiger.“ Grace Augen fielen ihm beinahe entgegen und er hatte das blöde Gefühl sich in ein Fettnäpfchen gesetzt zu haben. Sie wurde kreidebleich, ehe sie auffuhr und einfach aus dem Zimmer floh. Sie hatte nicht einmal die Tür hinter sich zugeworfen und er konnte noch einen letzten Blick auf ihre Sandalen erhaschen, bevor sie um die nächste Ecke verschwand. „Scheiße“, entkam es ihm. Schon wieder hatte er Grace Goodwin verjagt. Mit dem Unterschied, dass er es heute überhaupt nicht darauf angelegt hatte. „Kacke, verfluchte!“, schimpfte er leise und griff nach ihrem angebrochenen Wasser, das sie in der Eile nicht mit sich genommen hatte.


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